In der vernetzten Maschinenwelt entscheidet die Verfügbarkeit des Mobilfunknetzes oft über den Erfolg einer ganzen Anwendung — ein zentraler Baustein der IoT-Konnektivität. Multi-IMSI und Multi-Netz-Roaming sind zwei eng verwandte Technologien, die genau hier ansetzen: Sie geben einem Gerät Zugang zu mehreren Netzen statt zu nur einem und erhöhen so die Verlässlichkeit der Verbindung erheblich.
Was ist eine IMSI?
Die IMSI (International Mobile Subscriber Identity) ist die eindeutige Kennung, mit der sich ein Teilnehmer in einem Mobilfunknetz identifiziert. Sie ist dem Netzprofil der SIM zugeordnet und sagt dem Netz, zu welchem Betreiber und Tarif ein Gerät gehört. Beim Einbuchen prüft das Netz anhand der IMSI, ob das Gerät zugelassen ist und welche Konditionen gelten.
Eine klassische SIM trägt genau eine IMSI und ist damit fest an einen Heimatbetreiber gebunden. Fremde Netze lassen sich nur über die Roaming-Abkommen dieses einen Betreibers nutzen — reicht dessen Abdeckung an einem Standort nicht aus, bleibt die Verbindung schwach oder fällt ganz aus.
Multi-IMSI: mehrere Netzidentitäten auf einer Karte
Multi-IMSI durchbricht diese Bindung. Eine einzelne SIM oder eSIM trägt dabei mehrere IMSIs und kann zwischen ihnen wechseln. Jede IMSI eröffnet den Zugang zu den Netzen und Abkommen eines anderen Betreibers. Das Gerät ist damit nicht mehr auf das Roaming eines einzigen Heimatbetreibers beschränkt, sondern kann auf ein deutlich breiteres Spektrum an Netzen zugreifen.
Der praktische Effekt:
- Mehr Betreiber: Mehrere IMSIs bündeln die Roaming-Beziehungen verschiedener Betreiber auf einer Karte.
- Mehr Netze pro Standort: Wo ein Betreiber kein Signal liefert, springt eine andere Netzidentität ein.
- Flexibilität bei Bedingungen: Je nach Region oder Anwendung lässt sich die passende Identität nutzen.
Da diese Technologie die Netzauswahl von einem einzelnen Betreiber löst, ist sie eine wichtige Grundlage für robuste Konnektivität in der Machine-to-Machine-Kommunikation.
Multi-Netz-Roaming: immer das stärkste Netz
Multi-Netz-Roaming setzt auf dem Zugang zu mehreren Netzen auf. Statt fest in einem Netz zu verharren, bucht sich das Gerät in das jeweils stärkste verfügbare Netz ein. Verschlechtert sich die Signalqualität oder fällt ein Netz aus, wechselt es auf eine andere verfügbare Verbindung.
Besonders wertvoll ist das in zwei Situationen:
- Feste Standorte: Ein Sensor an einer Pipeline, ein Zähler im Keller oder eine Anlage in einer Halle kann nicht „umziehen“, um ein besseres Signal zu suchen. Multi-Netz-Roaming verschafft solchen ortsfesten Geräten von vornherein die größtmögliche Auswahl an Netzen.
- Redundanz: Fällt ein Netz durch Störung oder Wartung aus, steht ein zweites bereit. Diese Ausfallsicherheit ist für unternehmenskritische Anwendungen oft der entscheidende Faktor.
In der Summe sinkt damit das Risiko eines „Funklochs“ deutlich, weil nicht ein einzelnes Netz über die Erreichbarkeit entscheidet, sondern das beste aus mehreren.
Multi-IMSI und eUICC-Profilwechsel im Vergleich
Beide Verfahren verschaffen einem Gerät Zugang zu mehreren Netzen, arbeiten aber auf unterschiedlichen Ebenen: Multi-IMSI wechselt nur die Netzidentität innerhalb eines bestehenden Profils, während der eUICC-Profilwechsel das komplette Netzprofil und damit den zugrunde liegenden Betreiber austauscht. Beide Ansätze schließen sich nicht aus, sondern lassen sich kombinieren.
| Merkmal | Multi-IMSI | eUICC-Profilwechsel |
|---|---|---|
| Was wechselt | die Netzidentität innerhalb eines bestehenden Profils | das komplette Netzprofil |
| Ablauf | oft applet- oder profilintern und sehr schnell | Fernwechsel des gesamten Profils |
| Effekt auf den Betreiber | mehrere Betreiber-Identitäten auf derselben Karte, ohne neues Profil | der zugrunde liegende Betreiber ändert sich mit dem neuen Profil |
Wie der Fernwechsel ganzer Profile im Detail funktioniert, lesen Sie im Beitrag zu eSIM & eUICC.
Beschaffung und Wirtschaftlichkeit: Redundanz ohne Mehrfachverträge
Wirtschaftlich vermeidet Multi-IMSI vor allem Mehrfachaufwand: Statt für jedes Zielland oder Netz einen eigenen lokalen Vertrag und eine eigene SIM zu beschaffen, deckt eine einzige Karte mehrere Betreiber gleichzeitig ab. Das reduziert Beschaffungsaufwand, Lagerhaltung unterschiedlicher SIM-Varianten und den Verwaltungsaufwand für einzelne Länderverträge.
Auch operativ zahlt sich das aus: Fällt ein Netz aus oder wird abgeschaltet, entsteht kein Vor-Ort-Einsatz zum Kartentausch, weil die Redundanz bereits auf derselben Karte liegt. Über die Laufzeit einer Geräteflotte summiert sich dieser Wegfall wiederkehrender Wechselkosten zu einem spürbaren Betriebsvorteil gegenüber einer klassischen Einzel-Betreiber-SIM.
Nutzen für Ihr IoT-Projekt
Für IoT- und M2M-Anwendungen bedeuten Multi-IMSI und Multi-Netz-Roaming vor allem drei Dinge: bessere Abdeckung an schwierigen Standorten, höhere Ausfallsicherheit durch Redundanz und ein insgesamt geringeres Risiko, dass eine Verbindung an einem einzelnen Netz scheitert. Gerade dort, wo Geräte über Jahre zuverlässig melden müssen, zahlt sich dieser Spielraum aus.
SIM4IOT bündelt diese Fähigkeiten in seinen Konnektivitätslösungen. Die Karte wählt sich nicht automatisch in das stärkste Netz ein — es steht ihr aber zur Verfügung. Einen Überblick über die Hardware finden Sie auf der Seite zur M2M-SIM-Karte.
Häufige Fragen
Was ist eine IMSI?
Die IMSI (International Mobile Subscriber Identity) ist die eindeutige Kennung, mit der sich ein Teilnehmer im Mobilfunknetz identifiziert. Sie ist dem Netzprofil der SIM zugeordnet.
Was bringt Multi-IMSI im IoT?
Mit mehreren IMSIs kann ein Gerät zwischen verschiedenen Netzidentitäten wechseln und so mehrere Netze nutzen. Das erhöht die Netzabdeckung an festen Standorten und schafft Redundanz: Fällt ein Netz aus, steht ein anderes bereit.
Worin unterscheiden sich Multi-IMSI und eUICC-Profilwechsel?
Multi-IMSI wechselt die Netzidentität innerhalb eines Profils, oft sehr schnell. Bei eUICC werden ganze Netzprofile aus der Ferne getauscht. Beide Ansätze ermöglichen den Zugang zu mehreren Netzen und lassen sich kombinieren.
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