Makroaufnahme der Kontaktflächen einer M2M-SIM — Sinnbild für die Kennnummern, die zu Karte, Profil und Gerät gehören.

IoT-Konnektivität

IMSI, ICCID, IMEI, EID: welche Nummer ist wofür?

Vier Nummern, vier Zuständigkeiten: Was IMSI, ICCID, IMEI und EID jeweils identifizieren, welche sich beim Anbieterwechsel ändert und welche nicht — und wozu Sie welche brauchen.

Veröffentlicht: 31. Juli 2026 · Aktualisiert: 31. Juli 2026

Warum vier Nummern nötig sind

Ein Mobilfunknetz muss drei Dinge getrennt auseinanderhalten können: wer bezahlt, welche Karte steckt und welches Gerät funkt. Dafür gibt es je eine eigene Nummer, und bei fest verbauten eSIM-Chips kommt eine vierte für den Chip selbst hinzu. Werden sie verwechselt, zeigt das Portal Geräte, die es nicht gibt, und Störungsmeldungen laufen ins Leere.

Die vier Nummern stammen aus drei verschiedenen Regelwerken — dem Mobilfunkstandard, der Nummernnorm der Fernmeldeunion und dem eSIM-Regelwerk der Branchenvereinigung GSMA. Deshalb sind sie unterschiedlich lang und folgen unterschiedlicher Logik; das ist auch der Grund, warum sich die vier im Alltag so leicht verwechseln lassen. Ein Grundbegriff der IoT-Konnektivität, an dem sich zeigt, wie viel Verwaltung hinter einer einzelnen SIM-Karte steckt.

Die vier IoT-Kennnummern im Vergleich
NummerIdentifiziertLängeÄndert sich beim Anbieterwechsel?Wo Sie sie finden
IMSI Identifiziert Den Teilnehmer im Netz Länge höchstens 15 Stellen Ändert sich beim Anbieterwechsel? ja Wo Sie sie finden Im Netzprofil, nicht aufgedruckt
ICCID Identifiziert Die Karte bzw. das Profil Länge 19 Stellen Ändert sich beim Anbieterwechsel? ja Wo Sie sie finden Auf der Karte aufgedruckt, im Portal
IMEI Identifiziert Das Funkgerät Länge 15 Stellen Ändert sich beim Anbieterwechsel? nein Wo Sie sie finden Gerätetypenschild, Modulabfrage
EID Identifiziert Den eUICC-Chip Länge 32 Stellen Ändert sich beim Anbieterwechsel? nein Wo Sie sie finden Auf dem Bauteil bzw. im Lieferdatensatz

IMSI und ICCID — was zum Vertrag gehört und was zur Karte

Die IMSI ist die Teilnehmerkennung im Netz und höchstens fünfzehn Stellen lang: drei Stellen Land, zwei oder drei Stellen Betreiber, der Rest laufende Nummer. Die ICCID ist die Nummer der Karte selbst, neunzehn Stellen, beginnt immer mit acht und neun und endet auf einer Prüfziffer. Nur die ICCID steht auf der Karte.

Der wichtige Unterschied: Die IMSI sagt dem Netz, zu wem ein Gerät gehört. Die ICCID sagt Ihnen und Ihrem Lieferanten, welches Stück Sie in der Hand halten. Deshalb steht die ICCID auf der Karte aufgedruckt und die IMSI nicht. Die Nummernnorm der Fernmeldeunion gilt ausdrücklich auch für eSIM-Profile: Eine eUICC kann mehrere Profile tragen, und jedes bringt seine eigene ICCID und IMSI mit. Wer eine eUICC über die ICCID inventarisiert, inventarisiert also das Profil, nicht das Bauteil.

Wie eine Karte mehrere IMSIs trägt und zwischen ihnen wechselt, zeigt der Artikel Multi-IMSI und Multi-Netz-Roaming.

IMEI — die Nummer des Geräts

Die IMEI hat fünfzehn Stellen und identifiziert das Funkgerät, nicht die Karte: acht Stellen Gerätetyp, sechs Stellen Seriennummer, eine Prüfziffer. Die ersten acht Stellen sagen, welches Modell verbaut ist — dieselbe Angabe brauchen Sie, wenn Sie klären, ob ein Modul einen Nachfolgestandard beherrscht oder getauscht werden muss. Die Karte spielt dabei keine Rolle.

Es gibt eine erweiterte Fassung mit sechzehn Stellen, die zusätzlich den Softwarestand trägt. Ein Praxisnutzen, der nichts mit Diebstahl zu tun hat: Über die Typkennung lässt sich ein Bestand maschinell nach Modul sortieren — die Vorarbeit für jede Migrationsplanung.

Die IMEI ist auch die Nummer, an der eine Gerätebindung ansetzt. Was diese Bindung leistet und wovor sie nicht schützt, ist ein eigenes Thema aus der IoT-Sicherheit und Netzarchitektur. Hier steht nur, was die Nummer ist.

EID — die Nummer des Chips, die nie wechselt

Die EID hat zweiunddreißig Stellen und identifiziert einen eUICC-Chip eindeutig und dauerhaft. Sie wird getrennt von Kartennummer und Ausgeberkennung zugeteilt, ist keine Kontonummer und dient nicht der Abrechnung. Wechseln die Profile auf dem Chip, bleibt die EID unverändert — sie ist der feste Bezugspunkt jeder Fernverwaltung und damit der stabilste Schlüssel im Bestand.

Warum das zählt: Wer Profile aus der Ferne verwaltet, braucht eine Kennung, die den Chip meint und nicht das Profil. Genau dafür ist die EID da. Ein verbreiteter Irrtum lässt sich hier ausdrücklich korrigieren: Die Behauptung, eine EID beginne immer mit acht und neun, ist falsch. Das eSIM-Regelwerk hält ausdrücklich fest, dass die EID die Kontonummern-Regel nicht einhalten muss; ältere Nummern folgen ihr, neuere nicht zwingend.

Die Technik hinter dem Profilwechsel selbst erklärt eSIM & eUICC erklärt.

ICCID Integrated Circuit Card Identifier

Die 19-stellige Nummer der SIM-Karte beziehungsweise eines eSIM-Profils. Sie beginnt mit der Branchenkennung für Telekommunikation und endet auf einer Prüfziffer. Bei einer eUICC hat jedes Profil eine eigene.

EID eUICC Identifier

Die 32-stellige Nummer des eSIM-Chips. Sie wird unabhängig von der Kartennummer zugeteilt, identifiziert das Bauteil und bleibt über alle Profilwechsel hinweg dieselbe.

Was sich beim Anbieterwechsel ändert — und was nicht

Beim Anbieterwechsel wechseln IMSI und ICCID, weil beide zum Netzprofil gehören. IMEI und EID bleiben, weil sie an der Hardware hängen. Das entscheidet, welche Nummer als dauerhafter Schlüssel in Ihre Anlagenbuchhaltung, Ihr Wartungssystem und Ihre Gerätedatenbank gehört — und welche dort bei jedem Wechsel eine Datenwanderung auslöst. Bei tausend Geräten ist das ein Projekt.

Der teure Fehler in einem Satz: Wer die ICCID als Schlüssel in ERP-System oder Wartungsdatenbank führt, hat bei jedem Karten- oder Profilwechsel eine Datenwanderung vor sich — bei tausend Geräten ein Projekt, kein Vorgang. Was stattdessen trägt: die Gerätenummer als Schlüssel, die Kartennummer als veränderliches Merkmal daneben. Bei eUICC-Hardware zusätzlich die Chipnummer, weil sie auch dann noch stimmt, wenn das Profil längst ein anderes ist. Ein Gerät läuft zehn Jahre und länger; ein Netzprofil überlebt selten den ganzen Zeitraum. Ein Schlüssel muss so langlebig sein wie das teuerste Teil im System, nicht wie das wechselbare.

Wie die Karte selbst als Bauteil mit eigener Beschaffungslogik einzuordnen ist, zeigt Was ist eine IoT-SIM-Karte?.

Welche Nummer Sie in welcher Situation brauchen

Für eine Störungsmeldung nennen Sie die Kartennummer, weil Ihr Anbieter darüber die Karte findet. Für die Frage, ob ein Modul einen Nachfolgestandard beherrscht, brauchen Sie die Gerätenummer. Für die Fernverwaltung eines eSIM-Chips die Chipnummer. Die Teilnehmerkennung brauchen Sie im Alltag praktisch nie selbst — sie arbeitet unsichtbar im Netz und interessiert nur Ihren Anbieter.

  • Störungsmeldung: Kartennummer — Ihr Anbieter findet darüber die Karte.
  • Modulfrage: Gerätenummer — sie sagt, welches Modell verbaut ist.
  • Fernverwaltung eines eSIM-Chips: Chipnummer — sie bleibt über jeden Profilwechsel gleich.
  • Teilnehmerkennung: brauchen Sie im Alltag praktisch nie — sie arbeitet unsichtbar im Netz.

Sie wissen nicht, welche Nummer in Ihrem Bestand als Schlüssel geführt wird, oder welche Modulgeneration hinter den Gerätenummern steckt? Schicken Sie uns eine Beispielzeile aus Ihrer Liste — wir sagen Ihnen, was darin steht und was daraus für eine Umstellung folgt.

Häufige Fragen

Welche Kennnummer ändert sich, wenn ich den Anbieter wechsle?

IMSI und ICCID, weil beide zum Netzprofil gehören. IMEI und EID bleiben unverändert, weil sie an der Hardware hängen — dem Funkgerät beziehungsweise dem eUICC-Chip.

Warum sollte ich meinen Gerätebestand nicht über die ICCID führen?

Weil die ICCID bei jedem Karten- oder Profilwechsel wechselt. Wer sie als Schlüssel in ERP-System oder Wartungsdatenbank führt, löst bei jedem Wechsel eine Datenwanderung aus — bei tausend Geräten ein eigenes Projekt.

Trägt eine eUICC mit mehreren Profilen mehrere ICCID-Nummern?

Ja. Jedes Profil auf einer eUICC bringt seine eigene ICCID und IMSI mit. Wer eine eUICC über die ICCID inventarisiert, inventarisiert damit das jeweilige Profil, nicht das Bauteil selbst.

Beginnt eine EID immer mit den Ziffern 89?

Nein, das ist ein verbreiteter Irrtum. Das eSIM-Regelwerk hält ausdrücklich fest, dass die EID die Kontonummern-Regel der ICCID nicht einhalten muss — ältere Nummern folgen ihr, neuere nicht zwingend.

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