Mobilfunkmast in der Abenddämmerung — Sinnbild für die schrittweise Abschaltung des 2G-Netzes.

IoT-Konnektivität

2G-Abschaltung in Deutschland — Termine und was jetzt zu tun ist

Deutsche Telekom, Vodafone und O2 Telefónica schalten ihre 2G-Netze zwischen 2028 und 2031 schrittweise ab. Dieser Artikel zeigt die Termine je Netzbetreiber und die konkreten Schritte für IoT-Anwendungen, die heute noch über 2G funken.

Veröffentlicht: 28. Juli 2026 · Aktualisiert: 31. Juli 2026

Alle drei deutschen Netzbetreiber schalten ihre 2G-Netze zwischen 2028 und 2031 ab. Deutsche Telekom stellt GSM zum 30.06.2028 ein, Vodafone ab September 2028 (für kritische IoT-Anwendungen bis Ende 2030, vollständiger Rückbau der Infrastruktur ab Januar 2031) und O2 Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028. Für IoT-Geräte, die ausschließlich über 2G/GSM funken — etwa ältere Zähler, Aufzug-Notrufsysteme oder Steuerungen an Ladeinfrastruktur —, heißt das: Bestandsaufnahme jetzt beginnen, damit bis zum jeweiligen Abschalttermin ein Wechsel auf LTE-M oder NB-IoT vollzogen ist. 3G/UMTS ist davon nicht betroffen — es ist in Deutschland bereits 2021 abgeschaltet worden, ein Wandel, der Teil derselben laufenden Entwicklung der IoT-Konnektivität ist.

Warum 2G überhaupt abgeschaltet wird

2G (GSM) wurde vor mehr als 30 Jahren primär für Telefonie und SMS entwickelt und hat technisch das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Die Netzbetreiber nutzen die frei werdenden Frequenzen, um ihre 4G- und 5G-Netze auszubauen — nach Angaben von Vodafone gewinnt man dadurch rund zehn Prozent zusätzliche Kapazität für LTE und 5G.

Da alle drei deutschen Netzbetreiber dieselbe Richtung eingeschlagen haben, ist ein dauerhaftes Ausweichen auf einen verbleibenden 2G-Anbieter keine Option.

Warum der Umstieg heute technisch machbar ist

2G-Antennen mindestens eines Netzbetreibers decken laut Bundesnetzagentur 99,78 % der Fläche Deutschlands ab, deutlich mehr als 4G-Antennen mit 97,79 % und 5G-Antennen mit 95,29 %. Diese fast lückenlose Flächenabdeckung erklärt, warum 2G jahrzehntelang als verlässliche Rückfallebene diente — und warum der Umstieg auf LTE-M oder NB-IoT heute technisch machbar ist, ohne echte Versorgungslücken zu riskieren.

Die Termine je Netzbetreiber

Die drei deutschen Netzbetreiber schalten 2G zeitlich versetzt ab: Deutsche Telekom zum 30.06.2028, O2 Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028 und Vodafone ab September 2028, mit einer verlängerten Nutzung für kritische IoT-Anwendungen bis Ende 2030 und vollständigem Rückbau ab Januar 2031. Die folgende Tabelle fasst die Termine samt Besonderheiten zusammen.

2G-Abschaltung nach Netzbetreiber (Stand: Juli 2026)
NetzbetreiberAbschaltterminBesonderheit
Deutsche Telekom Abschalttermin 30.06.2028 Besonderheit Einheitlicher Termin, keine gesonderte IoT-Schonfrist kommuniziert.
Vodafone Abschalttermin September 2028 Besonderheit Kritische IoT-Anwendungen (z. B. Strom-/Gaszähler, Aufzug-Notrufsysteme) bis Ende 2030 nutzbar; Rückbau der Infrastruktur ab Januar 2031.
O2 Telefónica Abschalttermin 2. Halbjahr 2028 Besonderheit Termin am 02.06.2026 offiziell angekündigt.

Sonderfall 1&1: Welches Datum gilt ohne eigenes 2G-Netz?

1&1 betreibt kein eigenes 2G-Netz und nutzt für seine Mobilfunkkunden nationales Roaming im Netz von Vodafone. Für SIM-Karten im 1&1-Netz gilt deshalb zunächst der Vodafone-Abschalttermin ab September 2028, für kritische IoT-Anwendungen bis Ende 2030 verlängert. Relevant vor allem für Unternehmen mit gemischtem SIM-Bestand über mehrere Netzbetreiber hinweg.

Warum der Vodafone-Termin ein Weckruf ist

Vodafone plante die 2G-Abschaltung ursprünglich bis Ende 2030 und hat den Termin im September 2025 auf September 2028 vorgezogen — zwei Jahre früher als zunächst angekündigt. Das ist das stärkste Argument für frühe Migrationsplanung: Abschalttermine rücken erfahrungsgemäß näher, nicht weiter weg, und wer heute mit 2030 rechnet, plant auf einer bereits einmal korrigierten Zahl.

Was das für Ihre Anwendung bedeutet

Ob die 2G-Abschaltung Ihre Anwendung betrifft, hängt vom verbauten Funkmodul ab, nicht vom Anwendungsfall an sich: Geräte mit reinem 2G/GSM-Modem benötigen zwingend einen Wechsel auf einen der beiden Nachfolgestandards. Die folgenden drei Begriffe ordnen die technischen Alternativen ein, bevor die konkreten Schritte je Kernanwendungsfall folgen.

2G GSM (Global System for Mobile Communications)

Der älteste noch aktive Mobilfunkstandard, ursprünglich für Telefonie und SMS entwickelt. Wird von 2028 an schrittweise von allen drei deutschen Netzbetreibern abgeschaltet.

LTE-M LTE for Machines (Cat-M1)

LPWAN-Standard auf LTE-Basis mit Unterstützung für Mobilität und moderateren Datenraten als NB-IoT — passend für bewegte Anwendungen wie Tracking.

NB-IoT Narrowband IoT

LPWAN-Standard für sehr sparsame, ortsfeste Geräte mit kleinen Datenmengen und hoher Gebäudedurchdringung, etwa Zähler.

Für unsere drei Kernanwendungsfälle bedeutet die 2G-Abschaltung konkret:

  • Ladeinfrastruktur: Prüfen Sie, ob Ladesäulen-Backend-Module und Abrechnungssysteme noch über 2G/GSM angebunden sind. Gerade bei älteren Ladesäulen-Installationen ist das verbaute Modem oft der limitierende Faktor.
  • Smart Metering: Zähler und Submetering-Geräte laufen häufig über NB-IoT oder noch über 2G. Klären Sie je Gerätetyp, ob bereits NB-IoT- oder LTE-M-fähige Modems verbaut sind.
  • Produktionsüberwachung: Steuerungen und Sensorik in Schaltschränken sind oft über Jahre unverändert im Einsatz. Ein Blick auf das verbaute Modem zeigt, ob ein Firmware-Update reicht oder ein Modemtausch nötig wird.

Beschaffung und Wirtschaftlichkeit: geplante Migration statt Zwangsumstellung

Eine geplante Migration ist wirtschaftlich immer günstiger als eine erzwungene: Wer erst kurz vor dem jeweiligen Abschalttermin reagiert, riskiert Lieferengpässe bei Ersatzmodulen und muss Modemtausch sowie Feldtests unter Zeitdruck durchführen. Wer die Umstellung dagegen mit Vorlauf plant, kann Beschaffung, Technikereinsätze und Testphasen in den regulären Betrieb einbetten.

Wer jetzt auf Hardware und Tarife umstellt, die bereits mehrere Nachfolgestandards unterstützen, vermeidet außerdem eine zweite Migration in einigen Jahren. Eine SIM, die NB-IoT und LTE-M parallel abdeckt, bindet die Geräteflotte nicht vorschnell an nur einen der beiden Standards.

Was Sie jetzt tun können

Der Wechsel weg von 2G/GSM lässt sich in vier klaren Schritten planen, von der Bestandsaufnahme bis zum fertigen Zeitplan je Netzbetreiber-Termin. Je früher die Planung beginnt, desto mehr Spielraum bleibt für Lieferzeiten, Feldtests und einen geordneten Rollout statt einer Last-Minute-Umstellung kurz vor dem jeweiligen Abschalttermin.

  1. Bestandsaufnahme: Erfassen Sie, welche Geräte ausschließlich über 2G/GSM funken, und ordnen Sie diese den drei Netzbetreiber-Terminen zu.
  2. Modemfähigkeiten prüfen: Klären Sie je Gerät, ob das verbaute Modem bereits LTE-M oder NB-IoT unterstützt — teilweise reicht dann ein Firmware-Update.
  3. Nachfolgetechnik auswählen: Wählen Sie je Anwendungsprofil zwischen LTE-M (Mobilität, höhere Datenraten) und NB-IoT (ortsfest, sehr sparsam) — der Vergleich NB-IoT vs. LTE-M hilft bei der Einordnung.
  4. Zeitplan rückwärts rechnen: Planen Sie Beschaffung, Modemtausch bzw. Firmware-Update und Testphase rückwärts vom jeweiligen Abschalttermin Ihres Netzbetreibers — mit Puffer für Lieferzeiten und Feldtests.

Einordnung für Ihr Projekt

Die 2G-Abschaltung betrifft ausschließlich Bestandsgeräte, die heute noch über GSM angebunden sind — nicht die Konnektivität, die Sie jetzt neu beschaffen. Unsere M2M-SIM-Karte und die M2M-Tarife unterstützen neben 4G bereits NB-IoT und LTE-M, sofern vom jeweiligen Netzbetreiber am Standort unterstützt.

Für Schaltschrank-Anwendungen mit Modemtausch kommt zusätzlich unser Industrie-Router in Frage. Zu 5G, SGP.32/eSIM-Umstellungen oder einem eigenen Migrationsprogramm treffen wir an dieser Stelle bewusst keine Aussage — das sind eigenständige Themen, die im Wissens-Hub gesondert behandelt werden (siehe 5G RedCap erklärt).

Sie planen die Umstellung Ihrer Geräte und möchten wissen, welcher Tarif und welche Hardware zu Ihrem Anwendungsfall passen? Wir beraten Sie zur Umstellung, prüfen den passenden Tarif und empfehlen geeignete Hardware — nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Häufige Fragen

Wann wird 2G in Deutschland abgeschaltet?

Gestaffelt je Netzbetreiber: Deutsche Telekom zum 30.06.2028, Vodafone ab September 2028 (für kritische IoT-Anwendungen bis Ende 2030, vollständiger Rückbau der Infrastruktur ab Januar 2031), O2 Telefónica in der zweiten Jahreshälfte 2028.

Betrifft die 2G-Abschaltung auch 3G/UMTS?

Nein, 3G/UMTS ist in Deutschland bereits 2021 von allen drei Netzbetreibern abgeschaltet worden. Die jetzt anstehende Abschaltung betrifft ausschließlich 2G/GSM, das bislang parallel weiterlief.

Was sollte ich als Erstes prüfen, wenn meine Geräte über 2G funken?

Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick, welche Geräte über 2G/GSM angebunden sind und welches Modem jeweils verbaut ist. Danach prüfen Sie, ob ein Firmware-Update reicht oder ob das Modem selbst ausgetauscht werden muss, um auf LTE-M oder NB-IoT zu wechseln.

Reicht ein Firmware-Update, oder muss die Hardware ausgetauscht werden?

Das hängt vom verbauten Modem ab. Unterstützt das Modem bereits LTE-M oder NB-IoT, kann teilweise ein Firmware-Update reichen. Geräte mit reinem 2G/GSM-Modem benötigen einen Hardware- bzw. Modemtausch.

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